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\title{Buchbesprechung von Ole Nymoen}

\date{ \today}

\begin{document}

\maketitle
\tableofcontents



\chapter {Der Standpunkt von Fabian Lehr}
Um später im Buch von Fabian Lehr \glqq Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit\grqq dessen Verständnis von Staat und Kapitalismus besser verstehen zu können, hier die Thesen 
des Kommunisten Fabian Lehr:\\
Quelle:\\
\url{https://www.youtube.com/watch?v=K1cKFnjYhpA} \\
\url{https://www.youtube.com/watch?v=qVBzMpc1Wmk&t=30s}

\section{Ideeller Gesamtkapitalist}
Der Kapitalismus und einige seiner systemtheoretischen Eigenschaften.
 
\subsection{Stabilitätstheoretische Notwendigkeit innerhalb des Systems}
Im Kapitalismus haben Unternehmer untereinander bzw. Unternehmer und Arbeiter oft verschiedene Ziele:\\ Unternehmer sind z.B. Konkurrenten um billige Kredite oder bei der Produktion gleicher Güter und haben verschiedene Lohnvorstellungen wie Arbeiter.\\
Verlassen bestimmte Parameter (wie z.B. Lohn, soziale Sicherungen, Steuern, Arbeitszeit, jederzeitige Entlassung möglich, usw.) ihre Stabilitätsgrenzen, wird das kapitalistische System insgesamt instabil und bricht zusammen.
Könnten alle Unternehmer möglichst geringe Kosten realisieren, würden sie z.B. alle Löhne, Steuern, usw.  minimieren, würde das System kippen (ohne Steuern gäbe es keine Infrastruktur).
Deswegen wird ein Staat benötigt, der Regeln (Rahmenbedingungen, die Politik) vorgibt, aktualisiert und anpaßt, um den Kapitalismus abzusichern. Diesen Staat nennt man in der marxistischen Theorie den Staat als ideeller Gesamtkapitalist.\\
Aus Gründen der Logik - da einige Ziele verschieden bzw. gegenläufig sind - werden Kompromisse gemacht und in verschiedenen Situationen werden manche Kapitalisten zurückstecken müssen. \\
Der Staat macht also nicht immer das, was die Reichen wollen und ist kein stummer Diener des Kapitals. Er ist keine völlig unselbständige Handpuppe oder Marionette in der Hand von zehn Monopolkapitalist, der keine Autonomie besitzt.
Denn der Staat kann durchaus Maßnahmen durchsetzen, die gegen den Willen bestimmter Kapitalisten gerichtet sind.
Der Staat kann gerade dadurch zur Stabilität des Kapitalismus beitragen, dass er sich gegenüber den unmittelbaren Interessen einzelner Kapitalisten verselbständigt und allgemeine Bedingungen der kapitalistischen Gesellschaft organisiert. \\
Der Staat braucht das ein erfolgreiches Kapital, das die finanziellen Mittel schafft, um ihn (und auch Kriege) zu finanzieren. Das Kapital braucht umgekehrt auch den Staat um seine Interessen gegenüber anderen Staaten durchzusetzen.

\subsubsection{Grobe Unterteilung der verschiedenen Lager der Herrschenden Klasse}
1) Die Kapitalfraktion\\
Das ist die Fraktion, die nur an Profiten interessiert ist.
Diese würde auch Waffen an den Feind verkaufen, Arbeiter als Sklaven halten, die Konkurrenz durch Verbrechen ausschalten, usw.  und wäre deshalb unreglementiert systemgefährdent.   
Um dies zu verhindern, braucht man noch ein korrigierendes Feedback: \\ \\
2) Die Staatsfraktion (Struktursicherungsfraktion) \\
Diese Fraktion organisiert die Systemstabilisierung und versucht darauf zu achten, dass das kapitalistische System nicht an die Grenzen seiner Stabilität kommt.\\
Deswegen werden Gesetze erlassen, soziale Mindeststandards gesetzt (als Aufstandbekämfung), Spielregeln im Konkurrenzkampf der Kapitalisten erlassen, geostrategische Strategien entwickelt, usw.
siehe auch:\\
\url{https://www.kapitalismus-modell.de/faschismus/faschismus.pdf}

\subsection{Stabilitätstheoretische Notwendigkeit außerhalb des Systems}
Eine kapitalistische Ökonomie befindet sich in Konkurrenz mit anderen Staaten. Sie hat Vorteile, wenn sie leistungsfähiger (Steuereinnahmen, BIP) als die Gegner ist. Deswegen haben alle Kapitalisten ein Interesses an der Existenz eines ideellen Kapitalisten, der sie für die Konkurrenz mit den Kapitalisten anderer Staaten fit macht. 

\subsection{Das System - Strategien, Algorithmen und der Spieltheorie}
Der Staat als \glqq ideeller Gesamtkapitalist\grqq vertritt die Interessen des Gesamtkapitals (nicht notwendig einzelner Kapitalfraktionen). Das bedeutet nicht, dass er wegen jedem kurzfristig direkt verwertbar (Rendite) erscheinenden wirtschaftlichen Vorteil den langfristig nachhaltigeren Gewinn ignoriert. Um langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein, braucht man auch Bündnisse, Drohkulissen, Militär, Militärstützpunkte im Ausland, ein politisch ruhiges Hinterland (zumindest keinen Aufruhr), usw. \\
Man kommt hier also auf die Ebene der Strategien, Algorithmen und der Spieltheorie. \\
Ein Krieg birgt auch das Risiko einer Niederlage. Kosten und Nutzen müssen abgewägt werden.

\subsection{Frage}
Warum wurde der Öl- und Gashandel mit Russland nach dessen Angriffskrieg auf die Ukraine von Seiten der BRD drastisch zurückgefahren, obwohl dadurch die Wirtschaft geschwächt wurde?


\section{Wirtschaftliche Gründe, Kapitalprofite - nicht Ursache aller Kriege}
Die Idee einen Krieg nur aus wirtschaftlichen Gründen anzuzetteln ist eine schlechte Strategie:\\
Der Krieg kann verloren gehen, deshalb braucht man das richtige Timing und die entsprechenden Ressourcen (Finanzen, Militär, Bündnisse, usw.). \\
Man muss vielleicht auch Umwege machen und evtl. zuerst Kriege aus anderen Gründen durchführen:\\
- um sich als späterer Bündnispartner durch das Beteiligen an anderen Kriegen des späteren Bündnispartners zu beweisen, \\
- durch Territorialkriege (territoriale Expansion) mächtig werden und bedrohend wirken, \\
- taktische Kriege um Schlüsselstellungen - wichtige geografische oder militärische Positionen, z. B. Pässe, Brücken oder Häfen, \\
- Krieg um Sicherheitsinteressen (z.B. keine Atombomben feindlicher Staaten an den Grenze des Landes), \\
- Kriege (Rangkämpfe) um Macht, \\
- usw. \\ \\
Deshalb steckt nicht hinter jedem Krieg die Absicht des Angreifers direkt eine wirtschaftliche Verwertbarkeit und eine unmittelbare Bereicherung zu erreichen. Seine Absicht ist viel umfassender, es ist die Erlangung von Macht:\\
Zur Durchsetzung der Stellung seines Kapitals auf dem Weltmarkt gegen die Konkurrenz anderer bürgerlicher Staaten und des vom ideellen Gesamtkapitalisten unterstützten Kapitals, hat dieser u.a. folgende Optionen:

\subsubsection{Kooperation (Bündnisse)}
Er kann diejenigen Kräfte in einem Bürgerkrieg bzw. bei Militärputschen (Chile 1973) unterstützen bzw. zum Sieg verhelfen, die die Wirtschaftsinteressen des eigenen Kapitals unterstützen (er muss also selbst keinen Krieg führen).

\subsubsection{Konkurrenz ausschalten}
1) Es können aber auch Kriege (nicht um Ressourcen!) sein, die der vorbeugenden Zerstörung einer in Zukunft potenziell überlegenen Konkurrenz dienen können. \\
Es können geopolitische Kriege sein, die z.B. der Gewinnung geopolitischer Außenposten (Militärstützpunkte) dienen, um von diesen aus militärische Vorteile in evtl. in Zukunft stattfindenden größeren Imperialkriege zu haben. \\ \\
2) Es können Kriege sein, die das Aufkommen einer Systemalternative verhindern oder diese zerstören sollen, so wie es offenkundig in Vietnam der Fall war.
Wenn ein Staat nämlich \glqq sozialistisch\grqq wird, bedeutet das einerseits den dauerhaften Entzug der gesamten wirtschaftlichen Verwertbarkeit dieses Staates für das internationalen Kapital und andererseits bedeutet jeder Sieg des Sozialismus in einem Land auch eine Ermunterung, eine Anfeuerung der sozialistischen Kräfte überall sonst:\\
Wenn die es dort geschafft haben, den Sozialismus zu erkämpfen und erfolgreich gegen imperialistische Intervention zu verteidigen, dann können wir das doch auch. \\
In Form der Dominheorie haben führende US-Staatenlenker die Verhinderung sozialistischer Revolution offen und
explizit als leitendes Motiv ihrer Außenpolitik formuliert und dass der Kampf gegen die globale Ausbreitung des Sozialismus ein Kerninteresse jedes kapitalistischen Staates sein muss.

\section{Kontroverse von Fabian Lehr und Ole Nymoen}
Die Sichtweise von Fabian Lehr:\\
Gegen die Bevölkerung der meisten von den Nazis unterworfenen westeuropäischen Staaten (wie z.B. Frankreich) hatten die Nazis keine genozidalen Absichten. \\ 
Also müsste der Autor Ole Nymoen der Bevölkerung die Flucht empfehlen.\\
Dem widerspricht Fabian Lehr ab Min. 10 im Transkript:\\
Die allermeisten Menschen in den von den Nazis unterworfenen Ländern hätten unter NS Herrschaft physisch weiterleben können, aber sie hätten auf absehbare Zukunft jede Möglichkeit der Organisierung als Klasse, des Kampfes für ihre Klasseninteressen und für ihre Befreiung als Klasse verloren.
Der politische Kern des Faschismus ist die Zerschlagung und Ausmerzung der Arbeiterinnenbewegung mit nacktem Terror. In einer einmal fest etablierten faschistischen Diktatur ist jede Form von sozialistischer Aget unmöglich und führt direkt in Lagerhaft oder unter die Gioutine. Jeder organisierte Arbeitskampf ist unmöglich. Alle Arbeiterinnen, Parteien und Gewerkschaften sind verboten. Alle oppositionellen Medien, alle linke Literatur sind verboten.
Politische Diskussionen können nur noch heimlich zwischen wenigen engen Vertrauten stattfinden. Eine fest etablierte faschistische Diktatur macht die Arbeiterinlasse als Klasse völlig handlungsunfähig, weil alle Kanäle der Agitation und Organisation zerstört sind und entsprechend ist eine etablierte faschistische Diktatur von innen heraus eigentlich nur durch einen militärischen Staatsstreich stürzbar. Revolutionärer Massenwiderstand aber praktisch nicht mehr möglich. Das gilt umso mehr, wenn die Basis dieser faschistischen Herrschaft ausländische Besatzungstruppen sind, die mit der Bevölkerung der unterworfenen Länder keine Verbindung haben, ihre Sprache nicht sprechen und ihrer politischen und gesellschaftlichen Landschaft fremd sind, die von linken Arbeiterin dieses Landes also praktisch nicht agitierbar sind. \\ 
Quelle: Ab Min. 7 \\
Aber in seinem abstrakten Schematismus darüber, was der Staat und was der Krieg sei, blendet Nymon völlig aus, dass es zwischen verschiedenen Staaten und verschiedenen Kriegen erhebliche Unterschiede gibt und das Interesse eines Staates in einem Krieg durchaus auch mit den Interessen der Masse seiner Bevölkerung zusammenfallen kann.


\chapter{Diskussion der einzelnen Kapitel von Ole Nymoen ab S.41}
Die folgenden Kapitel enthalten die Überschriften der entsprechenden Abschnitte im Buch.

\section{Ein paar unbequeme Gedanken zu Angriff und Verteidigung}
Während bei einer Gewalttat zwischen Privatpersonen die angegriffene Seite tatsächlich sich selbst verteidigt, ist es in einem Krieg zwischen Staaten anders: \\
Die Soldaten des angegriffenen Staates müssen ihrem Staat dienen, d.h. den Befehlen ihrer militärisch Vorgesetzten gehorchen und für diesen Staat kämpfen, um dessen staatliche Souveränität zu schützen. \\
Diese staatliche Selbstverteidigung soll der Bevölkerung als Verfahren zur \glqq Minimierung des menschlichen Leids  \grqq verkauft werden, obwohl nicht nachgewiesen ist, dass eine Kapitulation in jedem Fall mehr menschliches  Leid  (Gewalterfahrung) bedeuten würde, als jahrelange militärische Gegenwehr: \\
Je länger der Krieg dauert, umso mehr nimmt die Mordlust und das Rachebedürfnis aller beteiligten Soldaten zu, wodurch sich die Gewalt auch gegen die Zivilisten wendet. \\
Zusätzlich bewirken die ökonomischen Schäden eines ausgebombten, chemisch verseuchtem, seiner Infrastruktur beraubtem Land auch menschliches Leid.\\
Eine schnelle Niederlag ist u.U. sogar ein echter Sieg. \\
Der einzelne Mensch darf also nicht sein eigenes Verfahren wählen, wie er sein menschliches Leid minimieren will, sondern muss sich den staatlichen Befehlen unterordnen.

\subsection{Staatliche Erzählungen: Hypothesenschwurblereien}
Die aufrüstungswilligen Hypothesenschwurbler des Staates nehmen aus der Menge aller möglichen Kriegsszenarien, die Situation heraus, die ihnen am Besten zur Verteidigung ihrer Argumentationslinie geeignet erscheinen. 
Diese ist oft die Nummer mit der versuchten Vergewaltigung:\\
Ein paar böse Männer wollen deine Freundin vergewaltigen. Du hast aber eine Waffe und darfst dich entscheiden, ob du sie benutzen willst oder nicht. Natürlich benutzt du sie und das soll den Krieg simulieren.\\
Andere Szenarien, in denen der BRD-Staat selbst Angriffskriege unterstützt, Ressourcenkriege plant oder sogar eine Kapitulation in Erwägung nimmt, werden ignoriert. Geschwurbelt wird immer nur in eine Richtung. 

\section{Zum Verhältnis von Staat, Kapitalismus und Krieg}
\subsection{Beim Krieg gehts nur ums Geld}
Der Autor widerspricht der These: Beim Krieg gehts nur ums Geld bzw. ein Staat will ausländische Rohstoffe erobern oder ferne Absatzmärkte erschliessen, die ihm bis dahin versperrt waren.
Er widerspricht auch Lenins These, die er so versteht, dass das Finanzkapital der allmächtige Akteur und der Staat sein Handlanger sei, der dem Rest der Welt seine ökonomischen Interessen - notfalls mit Gewalt - aufzwänge.
Der Staat - so der Autor - taucht da nicht mehr als selbständiger Akteur auf, der über selbstgesteckte politische Zile verfügt, sondern ist stummer Diener des Geldes.

\subsection{Gegenargumente zur These: Beim Krieg gehts nur ums Geld}
\subsubsection{Beispiele}
Es gibt unzählige Konflikte, in denen konkurrierende Herrscher sich um kleine Inseln oder Bergregionen streiten, die kaum ökonomische aber umso mehr nationalistische, religiöse oder sicherheitspolitische Bedeutung haben. \\
chatgpt führt hier auf:\\
- Französische Revolutionskriege ab 1792, \\
- Englischer Bürgerkrieg 1642-1651, \\
- Griechischer Unabhängigkeitskrieg 1821-1829, \\
- Französisch-Preußischer Krieg 1870 -1871, \\
- Falklandkrieg 1982 (Erdöl wurde erst später entdeckt) \\
- Vietnamkrieg, \\
- Mexikanisch-Amerikanische Krieg 1846 -1848 (Im Kern ging es um die territoriale Expansion der USA nach Westen), 

\subsubsection{Unwirtschaftlicher Krieg}
Wenn ein Krieg für die Beteiligten wirtschaftlich offensichtlich schädlich ist, muss man erklären, warum sie ihn trotzdem führen. \\
Im 1. Weltkrieg war der Krieg für die meisten Unternehmen (außer den Rüstungskonzernen) ein Verlustgeschäft (staatliche Kontrolle der Wirtschaft, verringertes Handelsvolumen). \\
Für die Kriegsgewinner (z.B. bekam Frankreich zwar Reparationszahlungen von Deutschland, hatte aber Verbindlichkeiten gegenüber Großbritannien und den USA) und Kriegsverlierer Deutschland war es rein ökonomisch ein Verlust. \\
Quellen:\\
\url{https://www.welt.de/geschichte/article239329929/Falklandkrieg-Als-die-Briten-die-argentinische-Militaerjunta-schlugen.html} \\
\url{https://de.wikipedia.org/wiki/Falklandkrieg}

\subsection{Meine Meinung}
Dass Kriege nur aus wirtschaftlichen Gründen geführt werden ist eine unzulässige Verkürzung.\\
Der Hauptgrund ist die Macht, d.h. die Möglichkeit in Zukunft bei Bedarf langfristig seine (wirtschaftlichen) Interessen durchsetzen zu können. Dazu kann man Kriege auch aus folgenden Gründen führen: \\
- Krieg aus geopolitischen Gründen (z.B. um Militärstützpunkte), \\
- Krieg, weil man Bündnispartner ist, \\
- Krieg, um Gegner einzuschüchtern, d.h. um Macht zu demonstrieren und Drohkulisse aufzubauen
(um in späteren Konflikten nur noch drohen zu müssen um keine kostspieligen Krieg führen zu müssen). \\
- Krieg, um von innenpolitischen Problemen abzulenken (Argentinien im Falklandkrieg) \\ \\
Man führt Kriege (wie Rangkämpfe unter Wölfen), um Machtansprüche durchzusetzen.
Dieser Machtanspruch kann dann u.a. zur Durchsetzung wirtschaftlicher Ziele im Ausland benutzt werden. \\
Man wartet also nicht ab, bis ein ökonomischer Grund auftaucht, den es dann durch einen Krieg durchzusetzen gilt, sondern versucht (wenn es militärisch möglich ist), durch Kriege in der Machtpyramide oben zu stehen, um dann Ansprüche (z.B. ökonomische, geopolitische, auf Bündnispartner, usw.) stellen und durchsetzen zu können.
Kriege werden also hauptsächlich nur um Machtansprüche geführt. Als Grund ökonomische Gründe anzugeben, wäre eine Verkürzung.

\section{Der Staat - Geschöpf und Urheber der Gewalt}
Der Autor behauptet: Jeder Staat ist das Ergebnis von Kriegen und nicht weil eine Gruppe von Menschen basisdemokratisch entschieden hat, einer höhergeordneten Instanz das Gewaltmonopol zu übertragen.
Staaten sind kontigent gewachsene Herrschaftskonstrukte und Gewaltmonopolisten , die ihr eigenes Volk selbst erschaffen haben. \\
Im Krieg werden dann die Völker der Staaten durch diese aufeinandergehetzt. \\
Staaten können auch Teile des Volkes zum Komplizen machen und ihnen einen Anteil an der Beute versprechen. Das Spiel wird dann komplizierter: \\
Herrschende gegen Herrschende, Herrschende gegen Volk, Volk gegen Volk. \\
Staaten sind für den Autor Herrschaftsinstrumente, die die Völker zum Kriegsdienst und andere, z.B. ökonomische  Zwecke einspannen.

\subsection{Der Zweck Wirtschaft}
Der internationale Konkurrenzkampf (Vernichtunskonkurrenz) unter den kapitalistischen Staaten erzeugt einen Druck auf die relativen Produktionskosten der jeweiligen Konkurrenten, weil die Kapitalisten Gewinn machen müssen.
Wenn ein Staat gegenüber einem anderen Staat Nachteile bei den Produktionskosten hat und diese nicht kompensieren kann (z.B. durch technologische Innovation, Qualität, Wechselkurse bzw. andere Faktoren), geht das auf Kosten der Arbeiter, ihr Lebensstandard sinkt durch folgende Maßnahmen:\\
Lohnkürzung, Arbeitsplätze werden dorthin verlagert, wo das Produzieren günstiger ist (und gehen hier verloren), Umweltstandards sinken (Artensterben, Klimawandel, Bodenbelastung, Gewässerschutz, Schadstoffbelastung (z.B. durch Pestizide), usw. \\
Kapitalisten können damit Drohkulissen aufbauen und erpressen. \\
Wenn die Arbeiter nicht einer Verschlechterung der eigenen Arbeitsbedingungen zustimmen, wird die Produktion ins Ausland verlagert und die Arbeitsplätze gehen verloren. \\
Durch die internationale Vernichtunskonkurrenz ist der \glqq normale\grqq Bürger dauernd  Wirtschaftskriege (der Großinvestor Warren Buffet nennt sie Klassenkriege) ausgesetzt, durch die sie laufend erpresst werden und denken müssen ob sie in diesem Unterbietungswettbewerb nicht zu teuer sind und es ihnen nicht zu gut geht, weil sie sich nicht billiger als die Konkurrenz verkaufen.  \\
Der Staat verheizt sein Bürgermaterial im Krieg oder im Wirtschaftskrieg.

\section{Kein Grund für Parteilichkeit}
Im Krieg müssen die Männer von Staat X in Staat Y einmarschieren, sonst werden sie bestraft. \\
Die Männer von Staat Y sind vom Staat Y und den Soldaten von X gezwungen gegen die Soldaten von X zu kämpfen.
Staat X macht die Soldaten von X und Y zu Gegnern. \\
Der Autor schreibt: \glqq Es gibt so gesehen keinen Grund für Parteilichkeit, wenn die Staaten dieser Welt ihre Bürger aufeinanderhetzen. ... Wer gegen den Krieg ist, der sollte jede einseitige Parteinahme für Staaten unterlassen und die Unterteilung der Welt in konkurrierende Gewaltmonopolisten kritisieren.\grqq

\section{Heimat und Nation sind in Gefahr}
Heimatliebe bedeutet eine positive lokale Einstellung zum lokalen Umfeld oder dessen Traditionen. \\
Vaterlandsliebe bedeutet die Identifikation mit dem Nationalstaat. Da vor 1989 die DDR noch nicht an die BRD angeschlossen wurde, gehörte sie noch nicht zum \glqq deutschen Vaterland\grqq. Im Gegenteil:
Im Kriegsfall wollte man sich vor lauter Vaterlandsliebe gegenseitig abknallen, weil dies die Identifikation mit dem  jeweiligen damaligen aktuellen Nazianalstaat vom jeweiligen Patridioten verlangte.

\subsection{Ironischer Beitrag von mir}
Ich soll mein Vaterland lieben, aber liebt es auch mich? \\
Ich befrage mal die Schachtanlage Asse, die als Endlagerung radioaktiver Abfälle diente. 
Die Asse wurde durch Salzlauge kontaminiert. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die privaten Betreiber wurden eingestellt. Die Kosten von 4 - 6 Mrd Euro zur Sanierung dieser Müllhalde wurden sozialisiert, müssen also dem Steuerzahler aufgebrummt werden. Liebt man ein Land, das man so mit kontaminierter Salzlauge  vollkotzt?
Wohl kaum. Kann so ein Land \glqq sein Volk\grqq lieben? Nur wenn es so viel Verstand hat wie 3 Meter Feldweg. \\
Sind Vulkane ein Beweis dafür, dass man von seinem Land nicht geliebt wird und es deswegen einen mit Lava vollkotzt?\\
Quellen:\\
\url{https://de.wikipedia.org/wiki/Schachtanlage_Asse} \\
\url{https://www.bund-niedersachsen.de/themen/mensch-umwelt/atomkraft/fokusthemen/atommuell/die-asse/}

\section{Was, wenn Ihr Nachbar Sie überfällt}
In vielen Medien wird das Schicksal von verprügelten und vergewaltigten Frauen mit dem in Kriegsszenarien verglichen und als einzige Konsequenz das empfohlen, was im Krieg als Vorbild angeordnet wird, nämlich die Gegenwehr. Dieser Vergleich hinkt: \\
In Friedenszeiten bestimmt die angegriffene Frau - unter den leider wenigen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln - welches sie auswählen kann um ihr eigenes Leben zu schützen. Sie wählt nicht die Aktion, die ihr der Staat per Gesetz diktiert.
Im Krieg ist das anders: Der Staat des angegriffenen Landes verpflichtet Soldaten, die staatliche Souveränität des Landes zu schützen, völlig egal davon, ob sich die Menschen des angegriffenen Landes lieber für eine Kapitulation eine Flucht oder ein Versteck entscheiden würden, bei der sie evtl. weniger Leid erfahren würden.

\subsection{Beispiel Ukraine}
\glqq 80 Prozent der Männer auf den Straßen Kiews wollen nicht in den Krieg\grqq glaubt der ukrainische Oberst Kostenko. 
\glqq Sehen Sie, es ist eine Frage der Perspektive\grqq, fährt er fort. \glqq So ist ein Soldat im Schützengraben drauf fokussiert, zu überleben, während der Generalstab strategisch denkt und das große Bild im Auge hat.\grqq \\
Viele Männer verstecken sich in ihren Wohnungen, um vor dem Militärdienst zu fliehen, andere werden auf offener Strasse entführt oder in Busse verfrachtet und in Rekrutierungszentren gebracht (\glqq Busifizierung\grqq). \\
Quellen:\\
\url{https://www.welt.de/politik/ausland/article254413448/Ukraine-Wie-Ukrainer-sich-vor-der-Armee-verstecken.html} \\
\url{https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ukraine-flucht-militaer-ukrainische-streitkraefte-100.html} \\
\url{https://taz.de/Rekrutierung-im-Krieg-gegen-Russland/!6048135/} \\
\url{https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101337194/lwiw-in-ukraine-menschenmenge-greift-soldaten-an-ermittlungen-laufen.html}

\section{Aber Hitler}
Während bei einem konventionellen Krieg die Kapitulation der Staatsmacht das Überleben der Bevölkerung sichern kann, wird bei einem genozidalen Vernichtungskrieg sowohl Bevölkerung als auch Staatsmacht ausgelöscht.
Dies ist auch der Grund weshalb die Staatschefs und ihre Propagandaabteilung immer wieder den Hitler-Vergleich bemühen. Wenn der Gegenseite eine Vernichtungsabsicht unterstellt wird, dann kann es keine Verhandlungen, Diplomatie oder Konzessionen an die Gegenseite geben. Militärische Gegenwehr ist dann alternativlos. \\
Der Autor beschreibt aber nicht, wie er sich im Falle eines Vernichtungskrieges verhalten würde.

\section{Demokratie und andere freiheitliche Werte}
Bündnisse mit Partnern wie die USA, die andere Länder überfallen, demokratisch gewählte Regierungen (Chile 1973) wegputschten und ein BRD-Staat, der Waffen in die ganze Welt exportiert (mit denen bei seiner Verteidigung auf \glqq seine \grqq Soldaten geschossen wird) und der von zukünftigen Ressourcenkriegen spricht, machen ihn zu einem doppelmoralischem Heuchler, der dies mit Phrasen wie \glqq furchbar komplexe Wirklichkeit, in der es leider manchmal auch nötig ist, von Idealen Abstand zu nehmen\glqq bezeichnet.\\
Dass ein Staat mit dieser Vorgehensweise  selbst einmal ins Visier eines anderen imperialistsichen Räubers geraten kann, ist nur folgerichtig. \\
Quellen:\\
\url{https://kapitalismus-modell.de/Sonstiges/datenbank.pdf} \\
Dort: Geopolitik und Imperialismus bzw. \\
Doppelstandarts der verlogenen westlichen Werte - legal, illegal, scheissegal


\section{Das ist völkerrechtswidrig!}
1) Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) wird von vielen Staaten in der Welt nicht anerkannt (z.B. USA, Russland, China). \\
Die USA haben im Jahr 2002 den \glqq American Service-Members Protection Act\grqq erlassen, der amerikanische Politiker, Militärs und Vertreter vor der Strafverfolgung durch den IStGH schützen soll. \\
Der Präsident der USA erhält weitreichende Möglichkeiten, Maßnahmen zu ergreifen, um US-Personal oder Verbündete aus der Haft des ICC zu befreien. \\
Er darf unter bestimmten Voraussetzungen \glqq alle notwendigen und angemessenen Mittel\grqq einsetzen, um US-Personal oder bestimmte verbündete Personen aus der Haft des ICC zu befreien. \\
Die USA als  Verbündeter des BRD-Staates fordert von anderen die Einhaltung des Völkerrechts, wenn ihr es nutzt, fühlt sich selbst aber nicht daran gebunden. \\
\url{https://de.wikipedia.org/wiki/American_Service-Members%E2%80%99_Protection_Act} \\ \\
2) Gegen Israels Premier Netanjahu liegt ein internationaler Haftbefehl vor - und dennoch will Wahlsieger Merz ihn offenbar nach Deutschland einladen. Es gebe Mittel und Wege, den Premier nicht festnehmen zu lassen, teilte Merz mit. \\
Für den Fall, dass Netanjahu einen Deutschlandbesuch plane, \textcolor{red}{\glqq... habe ich ihm auch zugesagt, dass wir Mittel und Wege finden werden, dass er Deutschland besuchen kann und auch wieder verlassen kann, ohne dass er in Deutschland festgenommen worden ist\grqq.} Und Merz weiter: \textcolor{red}{\glqq Ich halte es für eine ganz abwegige Vorstellung, dass ein israelischer Ministerpräsident die Bundesrepublik Deutschland nicht besuchen kann.\grqq} \\ \\
Quellen: \\
\url{https://www.tagesschau.de/inland/merz-einladung-netanjahu-100.html} \\
\url{https://www.dw.com/de/merz-will-netanjahu-einladen-trotz-haftbefehl-aus-den-haag/a-71772859} \\

\subsection{Die Folgen dieses hingebogenen Völkerrechts}
Der BRD-Staat und seine Verbündeten halten sich nicht an das Völkerrecht, fordern es aber gegenüber Russland im Ukrainekrieg. Dies hat zur Konsequenz, dass sich andere Staaten diese Logik auch zu eigen machen und demnach auch die BRD angreifen \glqq dürfen\grqq.\\
Für diese krude Logik sollen dann im mitverschuldeten Krieg Wehrpflichtige in der BRD sterben.


\section{Kapitel: Die Freiheit, für die es sich zu kämpfen lohnt?}
Hier geht der Autor auf folgenden Vorwurf ein: Er soll dankbar für die Freiheiten sein, die die BRD ihm gewährt, insbesondere für das Recht eine solch abweichende Meinung äußern zu dürfen. Diese Freiheiten soll er notfalls mit seinem Leben verteidigen.\\

\subsection{Zur Logik des Vorwurfs}
Die Behauptung: \\
Wenn dir der Staat Freiheiten schenkt, dann musst du dafür dankbar sein und deshalb auch etwas für dein Land tun, dieses notfalls auch im Krieg mit deinem Leben verteidigen. \\
1) Gilt dieser Vorwurf der Undankbarkeit auch für Wirtschaftsflüchtlinge (Steuerflucht) wie Klaus Michael Kühne, der aus lauter \glqq Dankbarkeit\grqq 1969 in die Schweiz flüchtete und sich seine Flucht 2023 mit einer Dividende von 3,3 Mrd versüsste? \\
Quelle:\\
\url{https://www.kapitalismus-modell.de/Sonstiges/Kapital_rot_gruen.pdf} \\ \\
2) Aus diesem Argument folgt eine Dauerdankbarkeit an den BRD-Staat, fast egal wie tief die Löhne, die  Sozialstandards sinken und wie hoch die Preise und Wartezeiten auf Fachärzte steigen, denn in vielen Ländern der Erde ist es ja noch schlimmer. Selbst wenn in Streiks für Lohnerhöungen auf dich geschossen wird, sollst du noch dankbar sein und dein Land noch verteidigen, auch wenn du angeschossen wurdest, weil in Dikataturen wie in Nordkorea ja noch viel mehr umkommen. \\
3) Das Wort Dankbarkeit wurde gekapert, es ist der falsche Begriff, denn Dankbarkeit ist freiwillig. Im Kriegsfall wird aber Wehrpflicht verpflichtend. Dann ist es voller Hohn, wenn man von Dankbarkeit spricht. \\


\section{Kapitel: Und die Demokratie?}
siehe nächstes Kapitel.

\section{Kapitel: Wo bleibt die Gemeinschaft?}
Hier geht der Autor auf folgenden Vorwurf ein: Das Gemeinwesen ist ihm egal, obwohl er davon profitiert.\\
Diese kapitalistische Vernichtungskonkurrenz produziert eine Ellbogengesellschaft, für deren Verteidigung er nicht sein Leben riskieren will, sondern sich lieber die Option der Kapitulation oder Flucht offen hält. \\
Diese Option würden sich allerdings auch viele der Gratismütigen, wie Merz und Strack-Zimmermann offenhalten: \\
Würden diese nämlich in einem Elendsviertel mit einer Schusswaffe bedroht und aufgefordert ihren Geldbeutel herauszurücken, wäre ihnen ihr Leben wichtiger als ihre Eigentumsfreiheit verteidigen zu müssen. Sie würden kapitulieren und das Verlangte herausrücken.


\section{Kapitel: Wofür ich kämpfen würde}
In diesem Kapitel drückt sich der Autor um die Frage herum, ob er bereit wäre, sich militärisch für ein  emanzipatorisches Projekt wie z.B. Rojava zu engagieren.


\chapter {Mein Dilemma - Diskussion - Solidarität ?}
\section{Militärischer Widerstand bei einem Angriff}
\subsection{Ole Nymoen}
Der Autor beantwortet für sich die Frage, wie er sich in einem nichtgenozidalen Angriffskrieg verhalten würde.
Keine Antwort gibt er, wie er sich bei folgenden Kriegen bzw. militärischen Konflikten er reagieren würde:\\
Rojava, Angriff Nazideutschlands auf die SU, Krieg Nazideutschlands gegen Frankreich, Landung der Westalliierten in der Normandie (D-Day), usw.

\subsection{Fabian Lehr}
Fabian Lehr dagegen empfiehlt einem klassenbewußten Arbeiter gegen den Angriff einer faschistischen Macht zu kämpfen, da innerhalb einer faschistische Dikatatur die Arbeiterklasse keine Aussicht und keinerlei Möglichkeit  hat, den Sozilaismus zu erkämpfen:
Eine faschistische Dikatatur ist von innen heraus nur durch einen militärischen Staatstreich stürzbar, da jeder Widerstand sofort unterdrückt wird.

\section{Massives (Materielles) Einmischen in andere Angelegenheiten}
Die o.g. Empfehlungen bzgl. individuellem, militärischem Engagement sind nur Vorschläge und haben keinerlei bindende Wirkung, weil sie jederzeit abgelehnt und ignoriert werden können.
Problematisch wird es, wenn von Staaten oder Personen getroffene Entscheidungen materielle bzw. existenzielle  Auswirkungen auf andere Staaten oder Personen haben.

\subsection{Beispiel Waffenlieferungen}
Soll sich die Radikale Linke (RL) für Waffenlieferungen an die Ukraine engagieren?
Im AK 684 hat die Position ukrainischer Linker in der innerlinken deutschen Diskussion vielfach als Begründung 
und Rechtfertigung für eine Unterstützung deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine gedient.
Andererseits gint es innerhalb der RL in der BRD auch andere Positionen (AK 684): \\
\glqq Das Mindeste, was wir uns selbst als antimilitaristische Linke in Deutschland und auch die Genoss*innen 
in der Ukraine fragen müssen, ist doch, was die Forderung nach Waffenlieferung in der jetzigen Situation 
konkret bedeutet: Kommen die Waffen in die Hände linker Bewegungen oder sind es Waffenlieferungen 
für die ukrainische Armee? Welche Haltung hat eine Linke hierzulande und in der Ukraine, 
die in der jetzigen Situation für Waffenlieferungen und damit für eine militärische 'Lösung' eintritt, 
zu Kriegsdienstverweigerung und Desertion? \grqq \\ 
Quellen dazu: (Artikel im AK) \\
\url{https://www.akweb.de/ausgaben/682/was-wollen-linke-in-der-ukraine-solidaritaets-delegation-in-lwiw/} \\
\url{https://www.akweb.de/bewegung/ukraine-waffenexporte-antimilitarismus-schwierige-fragen-in-zeiten-des-krieges/} \\
\url{https://www.akweb.de/bewegung/antimilitarismus-ukraine-krieg-russland-nato-der-preis-der-unabhaengigkeit/} \\
Meine Überlegungen:\\
\url{https://kapitalismus-modell.de/Sonstiges/ukrainekrieg.pdf}


\subsection{Dilemma}
Bei einer falschen Entscheidung kann es um Leben und Tod gehen:\\
Angenommen, eine ukrainische Familie kann nicht einfach das Land verlassen, weil sie in einem Altenheim  intensivpflegebedürfige Angehörige hat. \\
Billigt man ihr zu, sich - falls dies von ihr gewünscht wird - militärisch zu verteidigen und ist deshalb für Waffenlieferungen ? \\
Was sagt man Linken aus der Ukraine, die von den BRD-Linken verlangen, sich für Waffenlieferungen einzusetzen? \\
Folgende Antwort wäre ein Ausweichen, Abspeisen: (denn dann wird man als Utopist belächelt und nicht ernst genommen.) \\
Es muss eine Weltgemeinschaft (Weltstaat) und eine kooperative Ökonomie (ohne Vernichtungskonkurrenz) errichtet werden, damit es überhaupt eine Welt ohne Krieg geben kann. \\
Diese wäre das Gleiche, wie wenn man einem Hungernden kein Brot gibt, sondern einen Bauplan für ein sozialistischen Wirtschaftssystem. \\
Bei einer Zustimmung zu einer Waffenlieferung an die Ukraine, weiß man dass die Waffen auch der extremen Rechten in der Ukraine liefert und die deutsche Rüstungsindustrie stärkt. \\
Bei keiner Waffenlieferung wird auch nicht die militante ukrainische Linke unterstützt. \\
Wie wägt man für und wider ab? \\
Wie entscheidet man sich, wenn das land nicht Ukraine, sondern Rojava heißt?


\section{Probleme beim Versuch gemeinsamer Definitionen}
Dieses o.g. Dilemma zeigt an, wie schwer es ist für einige allgemeine Begriffe wie z.B. \glqq Solidarität\grqq eine gemeinsame Definition zu finden. \\
Bei \glqq Solidarität mit Rojava\grqq gibt es wohl eher innerhalb der RL eine Gemeinsamkeit (eine scharf gezogene Grenze), während es bei \glqq Solidarität mit der Ukraine\grqq oder \glqq Solidarität mit Israel\grqq starke Unterschiede gibt. \\
Allgemeine Begriffe wie z.B. \glqq Solidarität\grqq sind erst mal unscharf. \\ 
Die Begriffsgrenze ist erst mal \glqq mehrere Kilometer breit\grqq (breiter als der ehemalige Grenzstreifen zur DDR)  und nur grob festgelegt. Diese Grenze wird erst später durch Diskussionen konstruiert, strukturierter, enger und auf einen bestimmten Personenkreis zugeschnitten. Der Teufel steckt eben im Detail.

\subsection{Beispiele}
\subsubsection{Ukraine-RU Krieg}
IM AK 684 hat die Position ukrainischer Linker in der innerlinken deutschen Diskussion vielfach als Begründung 
und Rechtfertigung für eine Unterstützung deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine gedient.
Andererseits gibt es innerhalb der RL in der BRD auch andere Positionen (AK 684):
\glqq Das Mindeste, was wir uns selbst als antimilitaristische Linke in Deutschland und auch die Genoss*innen 
in der Ukraine fragen müssen, ist doch, was die Forderung nach Waffenlieferung in der jetzigen Situation 
konkret bedeutet: Kommen die Waffen in die Hände linker Bewegungen oder sind es Waffenlieferungen 
für die ukrainische Armee? Welche Haltung hat eine Linke hierzulande und in der Ukraine, 
die in der jetzigen Situation für Waffenlieferungen und damit für eine militärische 'Lösung' eintritt, 
zu Kriegsdienstverweigerung und Desertion?\grqq \\
Quellen dazu: (Artikel im AK) \\
\url{https://www.akweb.de/ausgaben/682/was-wollen-linke-in-der-ukraine-solidaritaets-delegation-in-lwiw/
https://www.akweb.de/bewegung/ukraine-waffenexporte-antimilitarismus-schwierige-fragen-in-zeiten-des-krieges/} \\
\url{https://www.akweb.de/bewegung/antimilitarismus-ukraine-krieg-russland-nato-der-preis-der-unabhaengigkeit/}

\subsubsection{Gaza-Krieg}
Antiimperialisten - Antideutsche \\
Quellen:\\
\url{https://www.akweb.de/bewegung/nur-antideutsche-oder-hamas-fans-antisemitismus-rassismus-wie-linke-debatten-zu-nahost-solidaritaet-verhindern/} \\
\url{https://archiv.akweb.de/ak_s/ak614/17.htm?utm_source=chatgpt.com} \\
\url{https://archiv.akweb.de/ak_s/ak644/14.htm?utm_source=chatgpt.com} 

\subsubsection{Friedensdemo Stuttgart}
1) Die Sichtweise  von \glqq Offenes Treffen gegen Krieg - Stuttgart\grqq:\\
Am 3.10.26 hat  das \glqq Offenes Treffen gegen Krieg - Stuttgart\grqq  versucht, die Rede von Sevim Dagdelen (BSW) zu stören (\glqq für eine antifaschistische Intervention genutzt\grqq), indem einige Personen dieser Gruppe  versuchten während der Rede auf die Bühne zu gelangen. \\
Dies wurde durch die Polizei verhindert (Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcke). \\
Dabei sind offensichtlich auch Ordnungskräfte der Friedenskundgebung sowie der Versammlungsleiter in Mitleidenschaft gezogen worden. \\
Zitat (\glqq Offenes Treffen gegen Krieg - Stuttgart\grqq):\\
\glqq Das BSW versucht, in der Antikriegsbewegung stetig Fuß zu fassen. Es spricht berechtigte Kritik an NATO, Waffenlieferungen und Aufrüstung aus. Diese Kritik ist notwendig. Gleichzeitig schlägt das BSW aber auch eine Brücke in rechte Milieus. Auch Sevim Dagdelen sprach beispielhaft von 'unkontrollierter Zuwanderung' und der Forderung nach einer 'realistischen' Asylpolitik.\grqq \\
Quellen:\\
\url{https://www.facebook.com/otkm0711/posts/pfbid02Mt7YTFUHZPc62VdyGpotP6fcLJaPepyWvn6ohJFzDHaoHXtPDapyUZQku4N9pzCtl} \\
\url{https://otkm-stuttgart.org/intervention-bei-friedensdemo-in-stuttgart/} \\ \\
2) Die Sichtweise von Mersedeh Ghazaei, Mitglied des Bundesvorstands der Partei Die Linke.\\
\glqq Sevim Dagdelen vom BSW steht auf der Bühne. Was erwartet man denn, wenn man die Steigbügelhalter des Faschismus, die Menschen, die eine faschistische Regierung in Sachsen-Anhalt ermöglichen wollen, auf eine Bühne zum Thema Frieden einlädt? Ulrich Siegmund will Waffen für Remigration und BSW unterstützt brav. Alles für die Macht, alles fürs Geld, alles für die Positionen.\grqq \\
Quellen:\\
\url{https://www.nachdenkseiten.de/?p=157127&utm_source=chatgpt.com} \\
Instagram-Video von Mersedeh Ghazaei

\end{document}
